Stärken und fördern!

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Berlin, 3.3.2009. Der Migrationsrat Berlin-Brandenburg e.V. startet mit einem neuen Projekt namens "Gut vermittelt" und fordert einen Paradigmenwechsel.

Viele Jugendliche mit Migrationshintergrund scheitern in dieser Gesellschaft, weil sie nicht angemessen gefördert werden. Sozial benachteiligten Familien wird nach dem Ansatz der Reduzierung der Schaden und nicht nach der Maximierung der Potentialen geholfen. Das muss sich ändern!

Das Projekt richtet sich an Jugendliche mit Migrationshintergrund im Alter von 16 bis 20 Jahren, aus bildungsfernen, sozial benachteiligten Familien mit bisherigen geringen Zugangschancen zu Ausbildung und Arbeitsmarkt. Es möchte zudem gesellschaftliche Bedingungen, wie das Nicht-Teilnehmen-Können, jegliche Formen von Diskriminierung, einschließlich der Verweigerung angemessener Vorkehrungen ansprechen. Ziel ist positive Maßnahmen zu nennen und neue Kooperationen zu schaffen, die gesamtgesellschaftlich auf der lokalen Ebenen zu tragen sind.

Schulische und berufliche Qualifikationen sind der Schlüssel zum Arbeitsmarkt und damit zur Integration allgemein. Das ist nicht nur ein Auftrag für die Jugendlichen, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. In diesem Projekt sollen also die Jugendlichen Perspektiven für den Übergang in Ausbildung und Beschäftigung entwickeln.

Eine wie bisher reaktiv ausgerichtete Bildungspolitik, die Heterogenität als Hindernis begreift, kann auf die Herausforderungen und Chancen, die aus der Vielfalt entstehen, nicht adäquat reagieren. Ergebnis ist, dass die Situation von Migrant/innen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt deutlich schlechter ist als die von Menschen ohne Migrationshintergrund.

Vor allem Jugendliche, die mit herkömmlichen Angeboten bisher nicht erreicht werden sollen hierbei nach dem Ansatz des Empowerment gestärkt werden.

Empowerment meint Strategien und Maßnahmen, um das Maß an Selbstbestimmung und Autonomie der Personen zu erhöhen und sie in die Lage zu versetzen, ihre Aufgaben selbstverantwortlich und selbstbestimmt zu erfüllen und zu gestalten.

Anstatt andauernd über die Defizite der Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu sprechen, sollte nun von der Unfähigkeit des Umfeldes der betreffenden Menschen, diese zu integrieren die Rede sein.

Konkret heißt das, Migrant/innenorganisationen als Interessenvertretung, Job Center und Unternehmen als Dienstleister an einen Tisch zu holen, damit Handlungsbedarf auf bedarfsgerechten Mittel treffen kann.

Dieses Modell-Projekt dauert bis zum 31.12.2009, ist für die Teilnehmende kostenlos und wird von der Robert Bosch Stiftung gefördert.

EINLADUNG zur Informationsveranstaltung: "GUT VERMITTELT" (pdf)