Falsche Signale am falschen Ort!

 

Berlin, 30.1.2006. Das an der Herbert-Hoover-Oberschule verfügte Sprachverbot ist beim Migrationsrat Berlin-Brandenburg (MRBB) auf Unverständnis und Ablehnung gestoßen.

Der MRBB fordert die Regelung aufzuheben, welche alle Schülerinnen und Schüler verpflichtet, während des Aufenthaltes auf dem Schulgelände und bei sonstigen schulischen Veranstaltungen, ausschließlich deutsch zu sprechen. Gleichzeitig fordern wir Bildungssenator Herrn Klaus Böger auf, sich von dieser diskriminierenden Maßnahme zu distanzieren.

Alle ernstzunehmenden Migrantenorganisationen in Deutschland bekennen sich ohne Einschränkung zum Erlernen der deutschen Sprache im Wort und Schrift. Dies ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft junger Menschen. Auch die meisten Eltern mit Migrationshintergrund wissen um die Bedeutung guter Deutschkenntnisse. Gleichzeitig ist jedoch die Anerkennung und Förderung der Muttersprachen ein wichtiges Signal der Anerkennung an Menschen mit Migrationshintergrund. Durch solch restriktive Maßnahmen inklusive der politischen Unterstützung von „höchster Stelle“ werden falsche Signale an diese Gesellschaft gesendet.

Wir finden es äußerst fragwürdig, ob ein Verbot der Benutzung der eigenen Muttersprache in Bildungsinstitutionen wirklich bestehende Probleme lösen kann. Positives kann und muss durch andere Maßnahmen erreicht werden, als durch Unterdrückung der eigenen Herkunft.

Anstatt Verbote auszusprechen, sollten Bildungskonzepte erarbeitet werden, welche notwendige Maßnahmen zur „Problembehebung“ beinhalten, an deren Bedarf kein Zweifel besteht.

Der Migrationrat Berlin – Brandenburg e.V. ist bereit, die Suche von realistischen Lösungsmöglichkeiten aktiv zu unterstützen.