Migrant_innenselbstorganisationen übernehmen Verantwortung im Kampf gegen Homophobie und Transphobie

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Berlin, 17.5.2014: Der Migrationsrat Berlin-Brandenburg initiiert zum internationalen Tag gegen Homophobie und Transphobie eine Solidaritätsresolution, die von Berliner Migrant_innenselbstorganisationen unterzeichnet werden soll.

„Mit der Resolution bekennen sich Migrant_innenselbstorganisationen, die sexuelle und geschlechtliche Vielfalt unter Migrant_innen zu schützen und abzubilden. Die Akzeptanz und Sichtbarkeit von Migrant_innen, People of Color1 und Schwarzen Menschen, die zugleich LSBTI*2 sind, soll somit erhöht werden“, so Sanchita Basu, Sprecherin des Migrationsrats.

 Neben einer Solidaritätsbekundung mit LSBTI-Community of Color, beinhaltet die Resolution aber auch Forderungen zur Gestaltung eines rassismusfreien Zusammenlebens. Hier wird vor allem die weiße Dominanzgesellschaft in Verantwortung genommen, Fortschritte in der Anerkennung und Gleichstellung von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt, nicht zu Lasten von Menschen mit Migrationsgeschichte, People of Color und Schwarzen Menschen zu machen. Ein Phänomen, das auch in der Evaluation der Langzeitstudie „Deutsche Zustände“ beschrieben wird.3 Sanchita Basu sagt weiter: „Homophobie und Transphobie sind gesamtgesellschaftliche Probleme, die von allen Akteur_innen auf allen Ebenen angegangen werden müssen. Das rassistische Klischee des homophoben Migranten muss endlich aufhören!“

Migrant_innenselbstorganisationen beschäftigen sich nicht nur mit ‚Migrationsthemen‘, vielmehr haben sie ein großes Interesse und Potential LSBTI-Thematiken in ihre Arbeit einzubeziehen. Dies bestätigt auch die Umfrage des Migrationsrats aus dem Jahr 2012 unter 60 Migrant_innenselbstorganisationen, die eine überwiegend positive Einstellung zu LSBTI haben und sich auf vielfältige Weise in ihrer Arbeit mit LSBTI Belangen und Interessen auseinandersetzen.

Zum internationalen Tag gegen Homophobie ruft der Migrationsrat für ein solidarisches Miteinander auf. Als herkunftübergreifender Dachverband von über 70 Migrant_innenorganisationen, arbeitet der Migrationsrat seit seiner Gründung vor 10 Jahren gegen Rassismus und andere Unterdrückungsverhältnisse wie Homophobie, Transphobie und Heterosexismus. Die Resolution wird vom Fachbereich Inklusive Communities entwickelt.

1 Menschen mit Rassismuserfahrungen

2 Lesbisch, schwul, bisexuell Trans*, Inter*

3 http://www.taz.de/!83590/

Ansprechpartnerin:

Dania Thaler
Migrationsrat Berlin Brandenburg e. V.
Tel.: +49(30) 616 587 55 - E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. - www.mrbb.de

Pressemitteilung als PDF: