Solidarität mit antirassistischem Filmemacher R. Valsecchi

Solidarität mit antirassistischem Filmemacher. R. Valsecchikämpft vor Gericht gegen falsche Anschuldigung

Ort: Gericht Moabit, Turmstraße 91, 10559 Berlin
Zeit: 11.30 Uhr
Raum: 769

Am Freitag, den 28.03 .2014, kämpft der
Filmemacher und Fotograf Riccardo Valsecchi gegen den falschen Vorwurf im Juli 2012 zwei
Sicherheitsleute vom Sony Center/Potsdamer Platz beleidigt zu haben.  Valsecchi hatte 2013 mit "ID-withoutcolors" den ersten Film zu Racial Profiling in Deutschland vorgelegt und sieht sich nun selbst mit einem Strafverfolgungssystem konfrontiert, in dem Rassismus eine ausschlaggebende Rolle spielt.

 

Was war passiert?
Valsecchi hat in der taz vom 28.09.2012 selbst beschrieben, was ihm am 26.07.2012 passiert war:
"Ich mache Pause im Sony Center, am Potsdamer Platz. Da nähert sich stramm der
Sicherheitsdienst. Man beschuldigt mich, Bilder gemacht zu haben. Ich weise die Männer darauf hin, dass wir uns an einem Ort befinden, an dem täglich Tausende von Touristen fotografieren. 'Sie dürfen, du nicht. Du bist ein Profi, ich kann das an deiner Ausrüstung sehen', sagt ein Uniformierter. Ich
antworte ihm, dass Letzteres korrekt ist, mich aber ein Gebäude, von dem es Millionen Bilder im Internet gibt, nicht interessiert. Der Mann ist nicht überzeugt, er möchte meine Fotos sehen. Ich weigere mich, er ruft die Polizei. Sein Kollege schimpft: 'Scheißegal, was du bist!'
Ich beschwere mich über den Tonfall, aber er erklärt mir, ohne dabei rot zu werden, dass 'scheißegal' ein höfliches Wort in Deutschland sei. Der nächste Satz aber ist noch schöner: 'Du solltest in dein Land zurückgehen.' Die Polizei kommt. Ein Polizist sagt: 'Diese Geschichte könnte negative Konsequenzen für Ihre Karriere haben, wissen Sie das?' Ich will wissen, warum. Ich habe keine Fotos im Sony Center gemacht, wie ich ihn sogleich überprüfen lasse. Und die Aufforderung, in mein Land zurückzugehen? Das hätte ich wohl missverstanden. Ob mich der Sicherheitsdienst beleidigt hat oder nicht, darüber wird nun ein Richter entscheiden. Aber die Demütigung, von aggressiven Menschen umringt und wie ein Verbrecher behandelt zu werden, die wird bleiben.

 

(http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artike/?ressort=ku&dig=2012%2F09%2F28%2Fa0161cHash=d87356e964
ac02650e9606c7694cea08)

KOP unterstützt Riccardo Valsecchi in seinem Kampf gegen eine verleumdende Strafjustiz! Wir rufen zur breiten Solidarität mit dem Filmemacher auf. Kommt und zeigt, dass wir uns nicht einschüchtern lassen in unserem Widerstand gegen Racial Profiling.

Pressemitteilung als PDF: