RASSISMUS IM HEIMATHAFEN NEUKÖLLN

Pressemitteilung
21.3.2014


RASSISMUS IM HEIMATHAFEN NEUKÖLLN

Heimathafen Neukölln entschuldigt sich für ein rassistisches Bild der künstlerischen Leitung

Im Heimathafen Neukölln wurde trotz vieler Beschwerden ein rassistisches Bild in der Ausstellung „I love NK“ über eine Woche lang nicht abgehängt. Es zeigt eine blonde Person, die sich über ostasiatisch Aussehende lustig macht, indem sie in einem fernöstlich anmutenden Park mit ihren Fingern ihre Augen zu „Schlitzen“ hochzieht. Bei der Person handelt es sich um ein Mitglied aus dem Leitungsteam des Heimathafens.

Obwohl mehr als 40 zivilgesellschaftliche
Organisationen und über 75 Einzelpersonen seit
dem 6.2.2014 im offenen Brief „Wir sind keine ‚Schlitzaugen‘!“ Aufklärung fordern, hat der Heimathafen erst am 19.3.2014 im Zuge journalistischer Recherchen mit einer Stellungnahme öffentlich reagiert (http://heimathafen-neukoelln.de/00_media/Stellungnahme_HN.pdf). Trotz der großen

Verzögerung begrüßen wir die Entschuldigung des Heimathafens und begreifen diese Öffnung als ein Gesprächsangebot, das wir gerne konstruktiv aufgreifen. Wie etwa das Blackfacing verweist auch dieser Vorfall auf das Grundproblem der strukturellen Reproduktion von rassistischen Stereotypen im Kulturbereich, die eine kritische Selbstreflektion erforderlich macht.

Wir fordern den Heimathafen Neukölln dazu auf, - an der weiteren Aufarbeitung mitzuarbeiten, um z.B. sein Beschwerdemanagement auf Diskriminierungsfreiheit zu überprüfen - als Kulturinstitution Verantwortung zu übernehmen und zu einer öffentlichen Diskussion über Rassismus in der Kulturarbeit im Heimathafen einzuladen - Vorschläge für langfristige Good Practice-Strukturen im gleichberechtigten Dialog mit diskriminierten Communities und rassismus-kritischen Expert_innen auszuarbeiten und umzusetzen.

Um den Heimathafen bei der Aufarbeitung dieses Vorfalls zu unterstützen, wird das Aktionsbündnis am Samstag, den 22.3.2014 in der Zeit von 18:30 bis 20:30 im Heimathafen eine Informations- und Dialogveranstaltung durchführen.

Mehr Informationen und offener Brief: http://bit.ly/1erjzWF
Kontakt: Dr. Kien Nghi Ha, Tel: 0176-51776361

Aktionsbündnis
Korea-Verband, Initiative Schwarze Menschen in
Deutschland, Migrationsrat Berlin-Brandenburg, Bühnenwatch, Mind the Trap

Pressemitteilung als PDF: