Migrationsrat Berlin-Brandenburg unterstützt Kampf der Flüchtlinge gegen Chipkarten

 

Berlin, 6.8.2004. Der Migrationsrat in Berlin-Brandenburg unterstützt den Kampf der Flüchtlinge gegen Chipkarten im Landkreis Märkisch-Oderland ausdrücklich. Er hat großen Respekt für die Aktionen in den letzten Tagen.

Mounir Hussein, Sprecher des Dachverbandes von derzeit 48 MigrantInnenselbstorganisationen: "Mit dem Chipkartensystem können Flüchtlinge nicht einfach wie jeder andere Mensch einkaufen, sondern nur in ausgewählten und meist teuren Läden. Es sorgt für weite Wege, eingeschränktes und oft schlechtes Angebot. Jeder Einkaufende wird gleich als Flüchtling erkannt. Bargeld gibt es nur in Form von Taschengeld (Erwachsene 41€, Kinder 21€). Davon müssen die Flüchtlinge öffentliche Verkehrsmittel, Sprachkurse, Kindergärten, Schulkosten, Telefon etc. bezahlen. Das ist unmöglich und menschenverachtend! Besonders schlimm ist, dass dringend benötigte AnwältInnen nicht bezahlt werden können. Der Landkreis Märkisch-Oderland ist einer der letzten, die das rassistische und diskriminierende Chipkartensystem bis heute beibehalten haben."

Der Migrationsrat Berlin-Brandenburg fordert die politischen Entscheidungsträger und -trägerinnen in MOL auf, das Chipkartensystem sofort abzuschaffen und die monatliche Auszahlung von Bargeld einzuführen.

Für Nachfragen und Kontakt (Sprecher/innen...):
Mounir Hussein, 0170/31-80-644 oder
Moctar Kamara, 0179/10-77-391 oder
Eren Ünsal 0177/372-48-59