Offener Brief gegen Rassismus in Medien

Gegen Rassismus in Medien und in Kinder- und Jugendbüchern

Ein offener Brief

Wie können in Kinderbüchern und anderen Büchern nicht verletzende Wörter und nicht-rassistische Gruppenkonstruktionen, sondern egalitäre, nicht-koloniale Beziehungsverhältnisse dargestellt werden, die nicht von indirekt konstruierter weißer, zivilisierter Dominanz und nicht von einer kolonial-rassistischen Konstruktion Schwarzer Menschen gekennzeichnet ist?
Die Debatte über die Benutzung des N-Wortes, alternative Bezeichnungen und koloniale Gruppenkonstruktionen wird in Deutschland seit einigen Wochen von verschiedenen so genannten Qualitätszeitungen geführt, u.a. da sich einige Verlage bereit erklärt haben, ihre Kinderbücher in diskriminierungsreflexiver Weise zu überarbeiten, was in einigen Medien sowie in Internetforen und den Kommentarfunktionen von Zeitungen mit einem medialen Sturm der Entrüstung beantwortet wurde.
Der Thienemann-Verlag, der einige seiner Bücher überarbeiten will, hat fachlich inhaltlich auf seiner Homepage Stellung bezogen (http://cms.thienemann.de/index.php?option=com_content&view=article&id=637:sprachliche-modernisierung-von-klassikern&catid=15:news-artikel&Itemid=29) , u.a. indem aufgezeigt wird, dass keinesfalls von „Zensur“ die Rede sein kann und dass Kinder unterschiedlicher Altersstufen etwas vorgelesen bekommen und auch alleine lesen. Dass keine Zensur vorliegt, wird u.a. durch die zigfache Verwendung des N-Wortes in den Zeit-Artikeln vom 17.01.2013 und in der Kolumne von Mely Kiyak in der Frankfurter Rundschau: "Liebe N." belegt. Mely Kiyak hat den interessanten Gedanken, nicht ausschließlich rassistische Wörter zu verändern, sondern die kolonialrassistischen Konstruktionen offenzulegen und solche Bücher nicht zu verwenden. Leider benutzt sie rassistische Begriffe in ihrer Argumentation und erweist rassismuskritischen Ambitionen, entgegen ihren sonstigen Artikeln, damit keinen guten Dienst, eher das Gegenteil.
Weiterlesen als PDF