MSO inklusiv!

Migrant_innenselbstorganisationen gegen Homo-und Transphobie, für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt

Mehrfachzugehörigkeiten sichtbar zu machen und intersektionale Ansätze in der Vereinsarbeit zu festigen: Das ist das Ziel des neuen Projekts „MSO inklusiv“, das im Februar 2015 beim Migrationsrat Berlin/Brandenburg startete.

Das Programm bietet MSOs bundesweit die Möglichkeit,  für ein eigenes Projektvorhaben mit LSBTIQ-Schwerpunkt  inhaltliche und finanzielle Unterstützung zu erhalten und mehrdimensionale Beratungsangebote in ihrer Vereinsarbeit zu verankern. Damit sollen LSBTIQ-Lebensweisen innerhalb der MSOs und der Communities sichtbarer gemacht und von Mehrfachdiskriminierung betroffene LSBTIQs in die Vereinsangebote stärker eingebunden werden.

Die Allianz  und Zusammenarbeit von MSOs mit von Mehrfachdiskriminierung betroffenen LSBTIQs beinhaltet zugleich ein klares Statement gegen jegliche Versuche Diskriminierungsformen gegeneinander auszuspielen.  Das Projekt „MSO inklusiv!“  betrachtet  Rassismus, Homo-und Transphobie als miteinander verschränkte Diskriminierungsformen, die als solche erkannt und bekämpft werden müssen.

„MSO inklusiv!“ bietet Migrant_innenselbstorganisationen

  • Finanzielle Förderung eines eigenen Projekts mit  LSBTIQ-Schwerpunkt
  • Individuelle Beratung und Begleitung bei der Durchführung des Projektvorhabens
  • Coachings und Sensibilisierungsworkshops zum Thema LSBTIQ-Lebensweisen und Mehrfachdiskriminierungen
  • Vernetzungsmöglichkeiten
  • Unterstützung der vereinseigenen Öffentlichkeitsarbeit

Ende März 2015 wird die Ausschreibung für die Projektvorhaben von „MSO inklusiv!“ bundesweit veröffentlicht. Wir freuen uns auf Bewerbungen von MSOs aus ganz Deutschland und sind gespannt auf die Ideen und Projektvorhaben!

Gefördert durch:

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Demokratie leben!
Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen
Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung
Initiative „Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt“

Inklusive Communities

Berlin, 20.11.2014

Pressemitteilung zum Trans*gender Day of Remembrance

Migrant_innenselbstorganisationen (MSO) treten gegen Transfeindlichkeit in Deutschland ein.

Zum Trans*gender Day of Remembrance ruft das Berliner Solidaritätsbündnis auf, die sexuelle und geschlechtliche Diversität in Migrant_innen Communities zu schützen.

Mit Erschrecken beobachten wir, dass Ablehnung und Feindlichkeiten gegenüber Trans*menschen in der deutschen Gesamtgesellschaft weiterhin einen Platz in der Mitte hat.

Als Vereine und Organisationen deren Schwerpunkt die gesellschaftliche Gleichstellung und Partizipation ist, wenden wir uns gegen die Diskriminierung von Menschen aufgrund der Herkunft, der geschlechtlichen oder sexuellen Identität, einer Beeinträchtigung, des Alter oder der Religion.

Die Verknüpfung von Rassismus und Trans- /Homofeindlichkeit, wie sie LSBT*I* of Color und LSBT*I* mit Migrationsbezügen erleben können, stehen im Zentrum der Bemühungen des Berliner Solidaritätsbündnisses. Fehlende Anlaufstellen innerhalb Migrant_innen Communites sowie Rassismuserfahrungen in der Gesamtgesellschaft machen die Bemühungen von MSO, Trans*of Color als Zielgruppe zu begreifen umso wichtiger.

Wir sind der Überzeugung, dass unsere Communties durch Diversität und Inklusion an Stärke gewinnen und MSO ihren Platz in der Antidiskriminierungsarbeit von Homo- und Transfeindlichkeit aktiv einfordern müssen.

 

Wir fordern:

  • In der Arbeit gegen Homo- und Transphobie dürfen Menschen nicht auf Grund ihrer Herkunft oder ihrer Hautfarbe als Zielgruppe definiert werden.
  • Projekte und Aktionen die Homophobie und Transphobie bekämpfen, dürfen nicht rassistisch sein. Projekte und Aktionen die Rassismus bekämpfen, dürfen nicht homophob oder transphob sein.
  • Migrant_innen und People of Color darf keine größere oder besondere Form von Homo- und Transphobie unterstellt werden.
  • MSO, die sich im Bereich Antidiskriminierung von LSBTI* in ihrer Community engagieren, sollen Zugang zu finanziellen Ressourcen für entsprechende Projektförderung erhalten.

Das Berliner Solidaritätsbündnis ist ein Zusammenschluss von Migrant_innenselbstorgaisationen gegen Trans- und Homophobie und wird vom Migrationsrat Berlin-Brandenburg e.V. koordiniert.

Ansprechpartner_in:

D. Thaler

Tel: 030 61 65 87 55

Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. / www.migrationsrat.de

Pressemitteilung als pdf

Workshopreihe für MSO-Mitarbeiter_innen, Vorstände und Ehrenamtliche

Workshops im Oktober

  • Beratung von geflüchteten LSBTI* in Migrant_innenselbstorganisationen (MSO)

Geflüchtete die auch LSBTI* sind, finden selten angemessene Unterstützung für ihre Bedarfe. In diesem Workshop steht eine Bedarfsanalyse bezüglich Beratungsangebote für geflüchtete LSTBI* im Vordergrund.

Dozent_innen: Kave Kermanschahi & Sepehr Masakeni

Zeit: 11. und 12.10.2014 von 10-19 Uhr

Ort: Migrationsrat, Oranienstr 34, 10999 Berlin

Sprachen: Farsi, Englisch, (Deutsch auf Wunsch)

Anmeldungen bitte bis zum 6.10.2014 an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

  • Einführung in die LSBTI*sensible Vereinsarbeit

Wie passen die Themen Gender und sexuelle Vielfalt in die Alltagsgeschäfte einer MSO? Was können MSO tun, um geflüchtete und Migrant_innen die auch LSBTI* sind, besser als Zielgruppe anzusprechen? Grundlage dieses Workshops sind Inputs, Best Practise Beispiele und die Bedarfsanalyse des Workshops „Beratung von geflüchteten LSBTI*“. Dieser Workshop dient Vertreter_innen von MSO als Plattform zum Austausch und kritischer Diskussion.

Dozent_innen: Yavar Khosroshai, Sepehr Masakeni

Zeit: 21.10.2014 von 16-19h

Ort:                   n.n

Sprachen: Farsi, Englisch, Deutsch

Anmeldung bitte bis zum 14.10.2014 an
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Das Projekt "Inklusive Communities" wird im Rahmen der Initiative "Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt" von der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales - Landesantidiskriminierungsstelle - gefördert.

bmfsfjDemokratie leben

 

Resolution Berliner Migrant_innenselbstorganisationen (MSO) zur sexuellen und geschlechtlichen Vielfalt

Wir, ein Bündnis aus Berliner Migrant_innenselbstorganisationen, haben uns zusammengeschlossen, um gemeinsam Stellung gegen Homophobie, Trans*feindlichkeit und Sexismus zu beziehen.

Als Vereine, die sich für die soziale und politische Gleichstellung von Migrant_innen und Geflüchteten sowie ihren Nachfahren, People of Color und Schwarzen Menschen einsetzen, lehnen wir die Herabsetzung von Menschen aufgrund ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Orientierung ab. Dabei haben wir ein besonderes Augenmerk auf mehrfachzugehörige Menschen, die zugleich Rassismus und/oder Diskriminierung aufgrund der Herkunft, sowie Sexismus, Homophobie und/oder Trans*feindlichkeit erfahren.

Unser Anliegen ist es Homophobie, Sexismus und Trans*feindlichkeit in unseren Vereinen abzubauen, damit auch LSBTI* aus unseren Communities einen geschützt(er)en Raum ohne Diskriminierungen und Rassismus finden. Wir sind davon überzeugt, dass eine Allianz mit LSBTI* of Color mit Migrationsgeschichte sowie Schwarzen LSBTI* wichtig, im Hinblick auf unsere Bemühungen für eine chancengleiche Gesellschaft ohne Rassismus und Diskriminierung ist.

Wir fühlen uns aufgerufen gegen die homophoben und transphoben Tendenzen, die sich in allen gesellschaftlichen Bereichen in Deutschland abbilden, Stellung zu beziehen. Gleichzeitig weisen wir nachdrücklich darauf hin, dass Homophobie und Trans*feindlichkeit keine besonderen Probleme von Migrant_innen, People of Color und Schwarzen Menschen sind, sondern gesamtgesellschaftliche Probleme sind. Wir betrachten die sexuelle und geschlechtliche Vielfalt als wertvollen Teil unserer pluralistischen Gesellschaft von der wir als Migrant_innen, PoC und Schwarze Menschen einen Teil bilden.

Aus Erfahrung wissen wir, eine Wende in Umgang mit Minderheiten bedarf Aufklärungs-, Sensibilisierungs- und Empowermentarbeit. Mit Schrecken verfolgen wir jedoch das Schwinden von öffentlichen Geldern für eine solche Arbeit. Vereine wie
Migrant_innenselbstorganisationen sind wertvolle Schlüsselstellen für eine solche Arbeit. Gerade für die Aufklärungs- und Sensibilisierungsarbeit an den Schnittstellen von Diskriminierungen wie Rassismus und Homophobie/Trans*feindlichkeit müssen Migrant_innenselbstorganisationen bei der Projektförderung federführend beteiligt werden.

Wir erklären:

  • LSBTI* aus unseren Communities /LSBTI* of Color sind Teil unserer Communities und somit Teil unserer Vereinsarbeit.
  • Wir lehnen Homophobie und Transphobie ab.
  • Wir bemühen uns in unseren Einrichtungen Homophobie und Transphobie abzubauen.
  • Wir solidarisieren uns mit LSBTI* of Color im Kampf gegen Rassismus.

Wir fordern:

  • Migrant_innen und People of Color darf keine größere oder besondere Form von Homo- und Transphobie unterstellt werden.
  • In der Arbeit gegen Homo- und Transphobie dürfen Menschen nicht auf Grund ihrer Herkunft oder ihrer Hautfarbe als Zielgruppe definiert werden.
  • MSO die sich im Bereich Antidiskriminierung von LSBTI* in ihrer Community engagieren, sollen Zugang zu finanziellen Ressourcen für entsprechende Projektförderung erhalten.
  • Projekte und Aktionen die Homophobie und Transphobie bekämpfen, dürfen nicht rassistisch sein. Projekte und Aktionen die Rassismus bekämpfen, dürfen nicht homophob oder transphob sein.

Resolution als PDF:

Überschneidungen von Sexualität, Geschlecht und Schwarzsein.
Mittwoch, 4.12.2013
19:00h – 20.30h

Wissmannstr. 32
12049 Berlin
Raum 4

Ein Podium-Publikum Austausch für Schwarze
Menschen mit Inputs von
Dr. Daniele G. Daude, Sharon Otoo, Ford Kelly

Veranstaltet vom Migrationsrat Berlin-Brandenburg e.V.
Über vorherige Anmeldungen per Email freuen wir uns sehr.

"Dieses Projekt wird im Rahmen der Umsetzung der Initiative "Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt!" durch die Landesantidiskriminierungsstelle - Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen, gefördert.„

Flyer als PDF:

Überschneidungen von Sexualität, Geschlecht und Schwarzsein
Unsere Körper und unser Begehren werden in den
Medien immer wieder anhand ähnlicher
Konfliktlinien gezeichnet: Hypersexualität auf der
einen, religiös motivierte, unterdrückende Sexualität
auf der anderen Seite. Dazwischen steht die
vermeintliche Unmöglichkeit ohne Konflikte mit der
Community feministisch/queer/alleinerziehend etc.
zu sein. Rassismus, Sexismus, Homophobie werden
dadurch gegeneinander ausgespielt.
Wie können wir als Schwarze Menschen auf
empowernde Weise über unsere Verhältnisse zu
Sexualität und Gender sprechen? Was gibt es bereits
für Repräsentationen, die einen alternativen Blick auf
uns bieten?
Eine Diskussionsrunde von und für Schwarze
Menschen mit: Dr. Daniele G. Daude, Sharon Otoo,
Ford Kelly, Dania Thaler

Fotoprojekt mit der Künstlerin Leïla Saadna

Rassismus macht vieles in unseren Leben „unsichtbar“. Die Bilder, die uns in Zeitungen oder Fernsehen zeigen, beschreiben unsere Communities immer wieder auf ähnliche stereotype Weise. Aber:

„Welches Bild zeigt, dass Du schon immer Ingenieurin werden wolltest?“

„Welches Bild zeigt, dass dein Sohn und sein Partner bei allen Familienfesten dabei sind?“

„Welches Bild zeigt dein Engagement für soziale Gerechtigkeit?“

Was alles in uns steckt, wollen wir mit diesem Fotoworkshop zeigen. Wir wollen uns mit uns selber auseinandersetzen, unseren Freundinnen und Freunden, Kindern, Eltern und Communities neue Blicke auf uns selber schenken. Wir wollen damit die Komplexität unserer Identitäten selbst erzählen. Dabei entscheidet jede_r selbst wie viel von sich auf dem Bild zu sehen sein soll. Vielleicht ist es auch eine Hand oder ein Ort der beschreibt was euch zu dem_der macht die_der ihr seid…?

In In einer Wanderausstellung sollen die Bilder durch verschiedene „Migrant_innenselbst-organisationen Berlins ziehen und so viele verschiedene Communities von Migrant_innen, People of Color und Menschen erreichen.

Der Workshop findet im Oktober statt
Anmeldung bis 01.10.2013
Tel: 030 61658755
der per Mail an: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Flyer-Fotoprojekt als PDF:

Seit September 2012 läuft im Migrationsrat Berlin-Brandburg das neue Projekt Inklusive Communities. Ein besonderes Anliegen des Projektes ist es, Themen, die sexuelle und geschlechtliche Vielfalt betreffen, in der Arbeit von Migrant_innenselbstorganisationen (MSO) zu fördern und sichtbar zu machen. Dabei gehen wir davon aus, dass in Berliner MSOs bereits eine Vielzahl von Abbildungen sexueller und geschlechtlicher Vielfalt existiert. Diese Realität rückt aber häufig in den Hintergrund, wenn es um eine aktive Sichtbarmachung geht.

Deshalb ist es von großer Wichtigkeit, dass MSOs als Akteur_innen in den Diskursen um sexuelle und geschlechtliche Vielfalt auftreten und ihre Stimme geltend machen. Besonders, um die Überschneidungen von Rassismus, Sexismus und Homophobie betrachten zu können, sind die Perspektiven von MSOs unerlässlich. Nur so kann sichergestellt werden, dass Rassismus nicht gegen Homophobie ausgespielt wird und ein inklusiver Ansatz im Kampf gegen Diskriminierungen auf unterschiedlichen Ebenen vorherrscht.

In dem Projekt Inklusive Communities erfassen wir mit einer kurzen Umfrage, den aktuellen Zustand zu den Bereichen sexuelle und geschlechtliche Vielfalt in der Projektarbeit der Berliner MSOs.

Da es bislang wenige MSOs gibt, die für diese Art der Arbeit konkrete Förderung erhalten, möchten wir vermittelnd und unterstützend bei der Umsetzung solcher Projekte unsere Dienste für MSOs anbieten.

Wir bieten für MSOs, die die Themen sexuelle- und geschlechtliche Vielfalt in ihre Arbeit einbeziehen wollen:

  • Beratungen, Workshops und Coachings
  • Unterstützung bei der Projektplanung
  • Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit
  • Workshops für Mitarbeiter_innen zur Sensibilisierung
  • Workshops für Besucher_innen

Das Projekt wird von der Landesstelle für Gleichbehandlung - gegen Diskriminierung gefördert.

Ansprechpartner_in:

Danía Thaler
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Projektbeschreibung auf türkisch

Broschüre "Inclusive Communities"

Liebe Leser_innen,

seit September 2012 arbeitet der Migrationsrat Berlin-Brandenburg an seinem neuen Projekt Inklusive Communities.

In dem Projekt Inklusive Communities haben wir eine kurze Umfrage zum aktuellen Stand der (Projekt-)Arbeit zur sexuellen und geschlechtlichen Vielfalt in Berliner MSO durchgeführt. Da es bislang wenige Einrichtungen gibt, die für diese Art der Arbeit konkrete Förderungen erhalten, lag unser Fokus auf folgenden Fragen:

1. Was wird von MSO benötigt, um sexuelle und geschlechtliche Vielfalt in ihrer Arbeit sichtbar zu verankern?

2. Wie können wir in den kommenden Jahren eine nachhaltige Projektarbeit etablieren und die Förderungen von MSO, die zu diesen Themen arbeiten, intensivieren?

Neben den Ergebnissen dieser Umfrage haben wir in diesem Reader für Sie und euch weitere informative Artikel und Berichte zum Thema Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt zusammengestellt.

Broschüre als PDF: