Schreiben an die Senator_innen Kolat und Henkel bzgl. der "Reichsbewegung"

Sehr geehrte Senatorin Kolat,
Sehr geehrter Senator Henkel,

im Namen des Bündnisses gegen Rassismus möchten wir Ihnen aufgrund der in den vergangenen Monaten versendeten Drohbriefe der „Reichsbewegung- Neue Gemeinschaft von Philosophen“ dieses Schreiben zukommen lassen.

Sie haben als Reaktion auf das menschenverachtende, rassistische und verfassungsfeindliche Schreiben durch die so genannte „Reichsbewegung“ durchaus Präsenz gezeigt, ihr Mitgefühl ausgesprochen und Betroffene angehört, um ein Zeichen zu setzen.

Nun sind mittlerweile Privathaushalte betroffen, Menschen wurden persönlich angeschrieben.

Zum einen zeigt es antimuslimischen Rassismus in einer sehr direkten, mehr als offensichtlichen Art und Weise, zum anderen bedroht und verängstigt es die betroffenen Menschen zutiefst.

Auch wenn die „Reichsbewegung“ in ihren Aussagen wirr, größenwahnsinnig, esoterisch und krude erscheinen mag, bedroht sie ganz konkret und offen Berliner_innen, schürt Hass und verbalisiert antimuslimischen Rassismus in zugespitzter Form.

Der latent in unserer Gesellschaft vorkommende und wachsenden Rassismus gegen Muslime, der alltäglich und auf allen Ebenen zu finden ist, sollte dabei nicht vergessen, sondern auch offen mehr benannt werden.

Wir möchten wissen, was den Betroffenen von Seiten der Politik konkret angeboten, welche Hilfen es geben wird, wie sich Politiker_innen verorten.

Es sollten nicht nur „Zeichen“ gesetzt werden, eine eindeutige Positionierung erfordert unserer Meinung nach Konsequenzen.

Mit freundlichen Grüßen

Angelina Weinbender
Bündnis gegen Rassismus                                Berlin, 29.06.2012

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