Nein! zu Rassismus - in Politik, Alltag und Institutionen.

GENUG - gemordet, geschwiegen, geduldet, gedeckt!

Berlin, 10.12.2011: Bis zu 1.000 Menschen haben heute gemeinsam und solidarisch der Opfer rassistischer und rechtsextremer Gewalt gedacht und ihre Stimmen gegen Rassismus in Politik, Alltag und Institutionen erhoben. Neben zahlreichen Redebeiträgen wurden die 183 Namen der seit 1990 durch rechte Täter_innen ermordeten Menschen verlesen und der durch rassistische Polizeigewalt ums Leben gekommenen Migrant_innen und People of Color gedacht. Damit konnte das neu gegründete Bündnis gegen Rassismus ein erstes eindrucksvolles Zeichen setzen, dem durch die kontinuierliche Weiterarbeit des Bündnisses noch viele weitere folgen werden.
Denn es besteht dringender Handlungsbedarf!
Dass Rassismus in Deutschland zum Alltag gehört, mussten die Demonstrationsteilnehmer_innen leider auch zum Auftakt der Demonstration erfahren. So wurde eine Mitarbeiterin des Migrationsrats Berlin Brandenburg von einem Passanten rassistisch beschimpft.
Wir haben genug geschwiegen und geduldet! Nun ist es an der Zeit sich zur Wehr zu setzen! Wir rufen alle dazu auf sich dem Bündnis gegen Rassismus anzuschließen.
„Rassismus hat nicht erst mit den Morden der NSU begonnen, seine Wurzeln sind tief in den Köpfen verankert. Der institutionelle Rassismus herrscht in den Fluren der Verwaltungen, der alltägliche Rassismus drückt sich in Sprache und Denkstrukturen aus“, erklärt das Bündnis gegen Rassismus und betont: „Rassismus ist kein Problem einer kleinen Randgruppe, das unter dem Konstrukt des „Extremismus“ von der Mitte an den Rand der Gesellschaft verschobenen werden kann. Vielmehr dient die alleinige Fokussierung auf Neonazigruppen und das NPD-Verbot als ein Ablenkungsmanöver, mit dem das gesamtgesellschaftliche Problem des Rassismus und die eigene Verantwortlichkeit erneut verschleiert werden. Nicht nur die Politiker_innen haben versagt, sondern der Staat und sein ganzer Apparat.“
Das Bündnis gegen Rassismus fordert eine offizielle Entschuldigung der Bundesregierung für die Diffamierung und Kriminalisierung der Ermordeten und ihre Angehörigen.
Außerdem fordern wir einen bundesweiten Aktionsplan gegen Rassismus!

• Konsequenter Kampf gegen rassistische Äußerungen, Handlungen und Gesetze!
• Unverzügliche und lückenlose Aufklärung aller rassistisch motivierten Morde! • Kritische Auseinandersetzung mit Rassismus in allen Facetten!
• Verbot der NPD und Bekämpfung aller Nazistrukturen sowie eine konsequente Auseinandersetzung mit Rassismus!
• Deutschland ist ein Einwanderungsland! (Aufnahme ins GG!)
• Abschaffung aller Sondergesetze!
• Schluss mit der diffamierenden und ausgrenzenden „Integrationsdebatte“!
• Stärkung und Entkriminalisierung antirassistischer und antifaschistischer Arbeit!

Ansprechpartnerinnen:
Didem Yüksel
Angelina Weinbender

Bündnis gegen Rassismus
Migrationsrat Berlin Brandenburg
Oranienstr. 34, 10999 Berlin
Presse AG
Tel.: 030 61658756
Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Pressemitteilung als PDF

Berlin Reportage - Nein zum Rassismus! Bündnis gegen Rassismus Demonstration 10 Dez. 2011

http://www.youtube.com/watch?v=zic2jNvdQWY

Mitschnitt des Intertalk des Morgen Magazins bei multicult.fm am 08. Dez. 2011

Eine unabhängige Kurzdokumentation zu der Demonstration des Bündnisses gegen Rassismus in Berlin am 10. Dezember 2011. Interviews mit : Didem Yüksel, Angelina Weinbender, Dr. Wolfgang Lenk, Mechthild Rawert, Sanchita Basu, Semhar Ghide, Kenan Kolat, Hans-Christian Ströbele. Ein Film von Alicja Wawryniuk & Paiman Davarifard.

Bilder zur Demonstration "Bündnis gegen Rassismus" (10.12.2011) von Sabine Bretz