EINLADUNG_BÜNDNIS GEGEN RASSISMUS

 

Die Mordserie von 2000 bis 2006 an türkischstämmigen sowie an einem griechischstämmigen Menschen in

Deutschland wird nach wie vor mit entmenschlichenden und rassistischen Begriffen wie z.B. „Döner-Morden“

beschrieben. Dies spiegelt den unreflektierten Alltagsrassismus unserer Gesellschaft wieder. Der demütigende

Umgang mit den Opfern, das Versagen der Polizei, die ungeklärten Verstrickungen des Verfassungsschutzes, die

Überheblichkeit der Wissenschaftler, wie Prof. Pfeiffer, und die Art und Weise der Berichterstattung zeigen, wie

sehr Rassismus in der Mitte der Gesellschaft vorherrscht und geduldet wird.

Es ist an der Zeit Tacheles zu reden!


Pressemitteilung


Die Tatsache, dass hinter den Morden die „rechtsextremistische“ Gruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“

(NSU) stand, wird von Politiker_innen dazu genutzt, das Problem des Rassismus einmal mehr auf extremrechte

Randgruppen zu verweisen. Um Rassismus als Alltagsphänomen zu erkennen, muss sich mit den eigenen

Strukturen auseinandergesetzt werden, die dieses ermöglichen und still schweigend auf Kosten von Anderen

ausgelebt werden.

Während die Bundes- und Landesregierung aus Angst heraus anhand der Extremismusklausel, Maßnahmen

gegen den vermeintlichen linken oder islamistischen Terror verabschiedet, sterben Menschen im eigenen Land.

Es besteht Handlungsbedarf!

Nicht nur die Politiker_innen sind blind, sondern der Staat und sein ganzer Apparat. Der institutionelle Rassismus

herrscht in den Fluren der Verwaltungen, der alltägliche Rassismus drückt sich in unserer Sprache und unseren

Denkstrukturen aus.

Rassismus hat nicht erst mit den Morden der NSU begonnen, seine Wurzeln sind tief in unseren Köpfen

verankert.

Hier muss der Staat beginnen, Weichen für eine Gesellschaft zu stellen, zu der auch die aufgrund

zugeschriebener Bilder ständig Benachteiligten gehören!

Wir fordern eine breite gesellschaftliche Debatte über institutionellen und alltäglichen Rassismus und seine

verschiedenen Manifestationen. Deswegen schlagen wir die Gründung eines Bündnisses gegen Rassismus vor!

Darüber hinaus schlagen wir vor, eine Demo zu organisieren (z.B. am Tag der Menschenrechte, den Samstag

10.12.2011)

Wir fordern einen bundesweiten Aktionsplan gegen Rassismus!

Um die Lage zu besprechen, Aktivitäten und Aktionen zu bündeln, möchten wir

am Dienstag, den 29.11.2011,

alle, die sich beteiligen möchten, zu einem Koordinationstreffen in den Räumen des Migrationsrates einladen.

Zeit: Dienstag, 29.11.2011, 18 – 20 Uhr

Ort: Migrationsrat Berlin Brandenburg e.V. , Oranienstraße 34, Hinterhaus, 2. OG

Ansprechpartnerin: Sanchita Basu

Rückfragen und Anmeldungen für den 29.11 an:

Elena Brandalise

Tel. 030 61658755

Fax 030 61658756

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